Garten & Heimwerken

Akkuschrauber, Bohrschrauber oder Schlagschrauber? Die Typen erklärt

Drei Gerätetypen, ähnliche Namen, sehr unterschiedliche Aufgaben. Wer im Baumarkt vor dem Regal steht, verwechselt schnell Schlagbohrschrauber und Schlagschrauber oder zahlt für Funktionen, die er nie nutzt. Dieser Ratgeber sortiert die Typen und zeigt dir, welches Gerät zu deinen Projekten passt.

Der reine Akkuschrauber: schrauben, mehr nicht

Ein reiner Akkuschrauber dreht Schrauben ein und aus, bohrt aber bestenfalls in weiches Holz. Er hat ein Drehmoment, das über einen Rutschkupplungsring eingestellt wird, läuft aber mit vergleichsweise niedriger Drehzahl und ohne zweiten Gang.

Solche Geräte sind kompakt, leicht und oft günstig. Für Möbelmontage, Regale, Gardinenstangen und kleine Reparaturen reichen sie völlig. Wer nur ein paar Mal im Jahr eine Schraube setzt, ist hier richtig bedient. Sobald du aber Löcher in Holz, Metall oder gar Wände bohren willst, stößt der reine Akkuschrauber an seine Grenzen: Die Drehzahl ist zu niedrig und das Spannfutter oft zu klein für gängige Bohrer.

Der Bohrschrauber: das Allround-Gerät

Der Bohrschrauber kann schrauben und bohren, dank zweier Gänge und eines vollwertigen Bohrfutters. Er ist das Gerät, mit dem die meisten Heimwerker am weitesten kommen, weil er beide Hauptaufgaben sauber abdeckt.

Die zwei Gänge sind der entscheidende Unterschied zum reinen Akkuschrauber. Der erste Gang liefert hohes Drehmoment bei niedriger Drehzahl, also Kraft zum Schrauben. Der zweite Gang dreht deutlich schneller bei weniger Kraft und ist zum Bohren gedacht. Das Bohrfutter nimmt Bohrer bis meist 13 Millimeter auf. Eine einstellbare Drehmomentkupplung verhindert, dass du Schraubenköpfe überdrehst. Für Holzbau, Möbel, Metallarbeiten und die meisten Heimwerkerprojekte ist der Bohrschrauber die naheliegende Wahl.

Der Schlagbohrschrauber: Bohrschrauber plus Mauerwerk

Der Schlagbohrschrauber ist ein Bohrschrauber mit zuschaltbarer Schlagbohrfunktion für Beton und Mauerwerk. Ein Mechanismus erzeugt beim Bohren schnelle axiale Schläge nach vorn, die das Material aufbrechen, während der Bohrer sich dreht.

Diese Schläge wirken in Bohrrichtung, nicht zur Seite. Damit kommst du durch Ziegel, Kalksandstein und leichten Beton, etwa um Dübel für Hängeschränke oder Lampen zu setzen. Für harten Stahlbeton reicht die Schlagbohrfunktion allerdings nicht aus, dafür braucht es einen Bohrhammer mit pneumatischem Schlagwerk. Die Schlagbohrfunktion lässt sich abschalten, sodass das Gerät auch als normaler Bohrschrauber funktioniert. Wer ein einziges Gerät für Holz, Metall und gelegentlich die Wand sucht, fährt mit diesem Typ gut.

Der Schlagschrauber: Drehschlag für hohe Drehmomente

Der Schlagschrauber, auch Impact-Driver genannt, gibt kurze Drehimpulse ab und dreht damit lange, dicke Schrauben mühelos ein. Statt eines Bohrfutters hat er eine Sechskantaufnahme, in die du Bits direkt einsteckst.

Der entscheidende Unterschied zum Schlagbohrschrauber: Hier wirken die Schläge in Drehrichtung, nicht nach vorn. Sobald der Widerstand steigt, schlägt ein Hammerwerk im Inneren rotierend zu und liefert kurze, kräftige Drehmomentspitzen. Das schont dein Handgelenk, weil das Gerät nicht zur Seite ausbricht, und treibt auch lange Holzbauschrauben oder Bolzen ohne Vorbohren ein. Zum präzisen Bohren ist der Schlagschrauber kaum geeignet, weil die Sechskantaufnahme nur Bits und spezielle Bohreraufnahmen mitnimmt und die Schläge ein sauberes Loch erschweren. Im Holzbau, beim Terrassen- oder Zaunbau und beim Lösen festsitzender Schrauben spielt er seine Stärke aus.

Welcher Typ für welchen Nutzer

Die meisten Heimwerker brauchen einen Bohrschrauber, Vielbohrer in Wände einen Schlagbohrschrauber, Holzbauer einen Schlagschrauber. Es lohnt sich, ehrlich einzuschätzen, was du tatsächlich tust.

Wenn du nur gelegentlich Möbel aufbaust und Regale anschraubst, reicht ein reiner Akkuschrauber. Sobald du regelmäßig bohrst, ist der Bohrschrauber Pflicht und für die allermeisten der beste Kompromiss. Setzt du oft Dübel in Wände, greif zum Schlagbohrschrauber, der dasselbe kann und zusätzlich ins Mauerwerk geht. Wer viele lange Schrauben verarbeitet, etwa beim Terrassen- oder Trockenbau, ergänzt seinen Bohrschrauber sinnvoll um einen Schlagschrauber. Viele Hersteller bieten beide Geräte im Set an, was sich lohnt, wenn du beide Aufgaben hast. Eine konkrete Modellübersicht findest du in unserem Vergleich Beste Akkuschrauber 2026.

Häufige Verwechslung: Schlagbohrschrauber gegen Schlagschrauber

Schlagbohrschrauber und Schlagschrauber klingen fast gleich, meinen aber völlig verschiedene Mechanismen. Diese Verwechslung führt zu Fehlkäufen, weil beide Geräte für unterschiedliche Aufgaben gebaut sind.

Merke dir die Richtung der Schläge: Der Schlagbohrschrauber schlägt nach vorn, also axial, und arbeitet sich so in Beton und Mauerwerk. Der Schlagschrauber schlägt rotierend, also in Drehrichtung, und liefert dadurch hohe Drehmomente zum Schrauben. Wer einen Dübel in die Wand setzen will, braucht den Schlagbohrschrauber. Wer eine lange Schraube ins Holz treiben will, den Schlagschrauber. Ein Schlagschrauber bringt dich nicht durch eine Betonwand, ein Schlagbohrschrauber dreht dicke Schrauben nicht annähernd so kraftvoll ein. Wenn du dich für ein System entscheidest, denk auch an die Akkus: Welche Plattform sinnvoll ist, klärt unser Beitrag Welches Akku-System?.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bohrschrauber und Schlagschrauber?

Der Bohrschrauber überträgt ein gleichmäßiges Drehmoment über ein Bohrfutter und bohrt sauber vor. Der Schlagschrauber gibt zusätzliche Drehimpulse ab und nimmt nur Bits mit Sechskant auf. Damit dreht er lange und dicke Schrauben kraftvoll ein, eignet sich aber kaum zum präzisen Bohren.

Brauche ich für Mauerwerk einen Schlagschrauber?

Nein. Für Beton und Mauerwerk brauchst du die Schlagbohrfunktion eines Schlagbohrschraubers, nicht den Drehschlag eines Schlagschraubers. Beide Begriffe klingen ähnlich, meinen aber völlig verschiedene Mechanismen.

Reicht ein einfacher Akkuschrauber für den Haushalt?

Für Möbelmontage, Regale und kleine Reparaturen reicht ein reiner Akkuschrauber. Sobald du regelmäßig in Holz oder Wände bohrst, ist ein Bohrschrauber die bessere Wahl, weil er höhere Drehzahlen und ein Bohrfutter bietet.

Was bedeuten die zwei Gänge beim Bohrschrauber?

Der erste Gang liefert viel Drehmoment bei niedriger Drehzahl, ideal zum Schrauben. Der zweite Gang dreht schneller bei weniger Kraft und ist zum Bohren gedacht. So deckst du beide Aufgaben mit einem Gerät ab.

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