Makita DHP482RFX9 im Test: 18-V-Schlagbohrschrauber-Set
Der Makita DHP482RFX9 vereint Schrauben, Bohren und Schlagbohren in einem 18-V-Gerät. Wir ordnen Drehmoment, Mauerwerk und das Koffer-Set ehrlich ein.
Das spricht dafür
- Echter Allrounder: Schrauben, Bohren und Schlagbohren in einem Gerät
- Bis 62 Nm Drehmoment (laut Datenblatt) – genug für lange Schrauben und große Holzbohrer
- Schlagwerk packt Dübellöcher in Ziegel und Kalksandstein, an denen 12-V typischerweise scheitert
- Komplettset mit 2× 3,0-Ah-Akku, Ladegerät, Alukoffer und 96-tlg. Zubehör – sofort startklar
- Makita-LXT-18-V-System: Akkus passen plattformübergreifend in viele weitere Geräte
Das spricht dagegen
- Mit ~1,6 kg laut Datenblatt spürbar schwerer und kopflastiger als ein 12-V-Kompaktschrauber – über Kopf für diese Klasse typisch ermüdend
- Für reine Möbelmontage und feine Schraubarbeiten oft überdimensioniert
- Das mechanische Schlagwerk ersetzt keinen Bohrhammer für Beton oder Armierung
Ein Regal an die Wand, eine Terrassendiele festschrauben, ein Loch durch ein Stahlblech, dann noch der Dübel in der Ziegelwand fürs Vordach: Genau diese Bandbreite soll der Makita DHP482RFX9 abdecken. Der 18-V-Schlagbohrschrauber ist für viele Heimwerker das erste und oft einzige Akku-Werkzeug, das ins Haus kommt – und genau deshalb lohnt es sich, ehrlich hinzuschauen, wo er glänzt und wo seine Grenzen liegen. Dieser Beitrag ist kein eigener Wochen-Langzeittest, sondern eine Einordnung: auf Basis von Hersteller- und Datenblattangaben, unabhängigen Tests sowie der allgemeinen Erfahrung mit dieser Geräteklasse.
Vorweg die wichtigste Einordnung: Ein 18-V-Schlagbohrschrauber wie der DHP482 ist ein Kompromissgerät – und das ist hier ein Kompliment. Er ist kräftiger als ein 12-V-Kompaktschrauber, kommt aber an einen reinen Schlagschrauber oder Bohrhammer nicht heran. Sein Wert liegt darin, dass er fast alles im Haushalt „gut genug” kann – und als Komplettset im Koffer sofort startklar ist.
Schraub- und Bohrleistung in der Praxis
In Holz und Metall ist die Leistung mit bis zu 62 Nm laut Datenblatt souverän – das Schlagwerk macht zusätzlich normales Mauerwerk zugänglich, an dem schwächere Geräte typischerweise scheitern. Lange Spax-Schrauben in Konstruktionsholz, dicke Tellerkopfschrauben in der Unterkonstruktion, das Vorbohren mit großen Holzbohrern: All das ist für ein Gerät dieser Klasse erfahrungsgemäß kein Problem.
In Metall hängt vieles am richtigen Bohrer und an der Drehzahl, weniger an der reinen Kraft – für diese Klasse hat der DHP482 genug Reserve, um auch in Stahl sauber durchzukommen, solange im unteren Drehzahlbereich gearbeitet und gekühlt wird. Im Mauerwerk sind Dübellöcher in Ziegel und Kalksandstein laut Herstellerangabe das vorgesehene Einsatzgebiet. Wie schnell das im jeweiligen Material geht, hängt stark vom Stein ab – das ist eine typische Größenordnung, kein eigener Labormesswert. Bei hartem Beton gilt: Das mechanische Schlagwerk ist kein pneumatischer Bohrhammer.
Drehmoment, Gänge und Rutschkupplung
Zwei Gänge und eine einstellbare Rutschkupplung sind der eigentliche Grund, warum der DHP482 so vielseitig ist – sie übersetzen die rohe Kraft in kontrollierbare Arbeit. Der erste Gang liefert hohes Drehmoment bei niedriger Drehzahl: ideal zum Eindrehen großer Schrauben. Der zweite Gang dreht schnell und ist fürs Bohren da, wo es auf Tempo statt Kraft ankommt. Laut Datenblatt erreicht das Gerät 62 Nm im harten und 36 Nm im weichen Schraubfall.
Die Rutschkupplung mit ihren Drehmomentstufen verhindert, dass Schrauben überdreht oder Schraubenköpfe versenkt werden, wo sie nicht hingehören. In der Praxis tastet man sich an einem Reststück an die richtige Stufe heran und arbeitet dann reproduzierbar weiter. Wichtig ist die Bedienlogik: Zum Bohren stellt man auf das Bohrersymbol (Kupplung überbrückt), zum Schlagbohren auf das Hammersymbol. Wer das verwechselt, wundert sich, warum der Steinbohrer nicht vorankommt.
Handling, Gewicht und Ergonomie
Die Kraft hat ihren Preis: Mit rund 1,6 kg laut Datenblatt ist der DHP482 deutlich schwerer und kopflastiger als ein 12-V-Kompaktgerät, was sich bei Überkopfarbeit und langen Sessions für diese Klasse typisch bemerkbar macht. Für Arbeiten auf Augenhöhe und am Boden fällt das kaum ins Gewicht. Sobald aber eine Stunde lang Deckenlampen montiert oder über Kopf in die Decke gebohrt wird, macht sich jedes zusätzliche Gramm im Handgelenk bemerkbar.
Dafür liegt ein Gerät dieser Klasse erfahrungsgemäß satt und sicher in der Hand, und die integrierte LED erleichtert das Arbeiten in dunklen Ecken. In engen Schrankecken oder beim Möbelaufbau ist die Baulänge dagegen ein Nachteil – hier ist ein kurzer 12-V-Schrauber klar im Vorteil. Man merkt: Es geht um Einsatzschwerpunkte, nicht um besser oder schlechter. Wer fast nur Möbel aufbaut, sieht sich besser den 12-Volt-Kompaktschrauber im Test an.
Akku, Laufzeit und das Komplettset
Die 18-V-Plattform spielt ihre Stärke bei der Ausdauer aus – mit den beiden mitgelieferten 3,0-Ah-Akkus kommt man durch einen typischen Heimwerkertag, ohne ständig laden zu müssen. Das größere Akkuvolumen gegenüber 12 V bedeutet schlicht mehr Schrauben pro Ladung, auch wenn das kräftezehrende Schlagbohren stärker am Strom zieht. Wie viele Bohrungen pro Ladung drin sind, hängt von Material und Arbeitsweise ab – das ist ein Anhaltspunkt, kein Versprechen.
Genau hier liegt die Stärke der RFX9-Variante: Das Set bringt laut Hersteller zwei Akkus, Ladegerät, einen Alukoffer und 96 Teile Zubehör mit – der geladene Zweitakku ist immer im Haus, sodass man unterbrechungsfrei weiterarbeitet. Entscheidend ist auch das System: Die Makita-LXT-Akkus passen plattformübergreifend in Heckenschere, Laubbläser, Stichsäge oder Rasentrimmer derselben 18-V-Reihe. Wer ohnehin in diesem Akkusystem unterwegs ist, profitiert besonders.
Für wen sich der Makita DHP482 lohnt – 18 V gegen 12-V-Kompakt
Der Makita DHP482RFX9 ist die richtige Wahl, wenn du nur ein Akku-Werkzeug kaufen willst und auch mal in die Wand dübelst – die Mehrkraft, das Schlagwerk und das fertige Koffer-Set machen ihn zum echten Allrounder. Heimwerker, die renovieren, Regale und Lampen montieren, im Garten bauen und gelegentlich in Holz und Metall bohren, sind hier genau richtig. Eine größere Übersicht über lohnende Geräte findest du in unserem Ratgeber Beste Akkuschrauber 2026.
Wenn du dagegen fast ausschließlich Möbel aufbaust, in engen Ecken arbeitest, viel über Kopf schraubst oder ein leichtes Zweitgerät für die schnelle Schraube suchst, ist ein kompakter 12-V-Schrauber oft die angenehmere Lösung – leichter, kürzer, handlicher. Das Fazit bleibt: Für die meisten Haushalte mit gemischten Aufgaben ist der Makita DHP482 das eine Gerät, mit dem man am wenigsten an Grenzen stößt. Den Preis prüfst du am besten tagesaktuell bei Amazon, da die Set-Varianten unterschiedlich bepreist sind.
Häufige Fragen
Was kann der Makita DHP482 im Mauerwerk – und was nicht?
Der DHP482 hat ein mechanisches Schlagwerk und ist laut Hersteller für normales Mauerwerk wie Ziegel, Kalksandstein und Porenbeton gedacht. Mit eingeschaltetem Schlagwerk und einem Steinbohrer lassen sich damit für diese Geräteklasse typischerweise problemlos Dübellöcher für Regale, Lampen oder Gardinenstangen setzen. An hartem Beton oder einer Stahlbetondecke stößt das Schlagwerk dagegen an seine Grenze – dafür braucht es einen Bohrhammer mit SDS-Aufnahme.
Wie viel Drehmoment hat der Makita DHP482RFX9?
Laut Datenblatt liefert der DHP482 maximal 62 Nm im harten und 36 Nm im weichen Schraubfall. Das ist für diese Klasse mehr als genug, um lange Spax-Schrauben in Konstruktionsholz einzudrehen oder mit großen Holzbohrern vorzubohren. Über die einstellbare Rutschkupplung lässt sich die Kraft so dosieren, dass Schrauben nicht überdreht werden. Für die typische Heimwerker-Bandbreite ist diese Drehmomentklasse souverän ausgelegt.
Lohnt sich das Komplettset mit Koffer und Zubehör?
Das hängt davon ab, ob du schon im Makita-LXT-System bist. Die Set-Variante RFX9 bringt laut Hersteller zwei 3,0-Ah-Akkus, Ladegerät, einen Alukoffer und 96 Teile Zubehör mit – damit ist das Gerät ohne Nachkauf sofort einsatzbereit, und der zweite Akku hält dich unterbrechungsfrei am Arbeiten. Wer bereits LXT-Akkus besitzt, fährt mit einer Solo- oder Akku-armen Variante günstiger. Achte beim Kauf genau auf die Set-Bezeichnung, denn die Varianten haben je eigene ASINs.
Makita DHP482 (18 V) oder ein 12-V-Kompaktschrauber – was passt zu mir?
12-V-Kompaktschrauber sind leichter, kürzer und kommen mit weniger Drehmoment aus – ideal für Möbelmontage, Elektroarbeiten und alles, was über Kopf oder in engen Ecken passiert. Der 18-V-DHP482 hat mehr Kraft, mehr Akkukapazität und das Schlagwerk fürs Mauerwerk, ist mit ~1,6 kg laut Datenblatt aber schwerer. Wenn du nur ein Gerät kaufen willst und auch in die Wand bohrst, ist der Makita die sichere Wahl. Als reine Zweitlösung für feine Arbeiten ist 12 V angenehmer.
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